Augenoptik Dirk Michelmann - Qualität vor Augen

Wenn bei der Arbeit am Computerbildschirm der Rücken schmerzt, der Kopf brummt und die Augen tränen, kann dies an der falschen Brille liegen. Brillen mit speziellen, auf den Bildschirmarbeitsplatz angepassten Gläsern können in zahlreichen Situationen die Beschwerden lindern.


40 Prozent aller Menschen, die täglich länger als drei Stunden vor dem Rechner sitzen, klagen über Beschwerden am Sehapparat: trockene Augen, verschwommene Sicht, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Und das, obwohl viele Bildschirmarbeiter schon eine Brille tragen. Trotzdem kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen, wenn die Augen oder die Alltagsbrille nicht den Anforderungen der Bildschirmarbeit gewachsen sind.


Eine Lesebrille korrigiert das Sehen nur für den unmittelbaren Lesebereich im Abstand von etwa 40 bis 50 Zentimetern, der Bildschirm steht mit etwa 80 Zentimetern bereits zu weit weg. Lesebrillenträger oder Menschen mit einer unentdeckten oder falsch korrigierten Fehlsichtigkeit sitzen oft nach vorne gebückt, da sie sonst die Schrift am Bildschirm nicht mehr entziffern können.


Auch Gleitsichtbrillenträger haben so ihre Probleme: Eine herkömmliche Gleitsichtbrille korrigiert zwar im für die Bildschirmarbeit wichtigen Sehabstand von etwa 70 Zentimetern - dies aber nur in einem schmalen Teil des Glases. Der Bildschirmarbeiter muss, um die Schrift auf dem Bildschirm durch den Mittelbereich der Gleitsichtbrille zu lesen, den Kopf heben und sich vorbeugen. Die Haltung ist unwillkürlich verkrampft und starr, es kommt zu Verspannungen in der Halswirbelsäule.


Bildschirmarbeitsplatzbrillen sorgen für korrekte und entspannte Sitzhaltung

Abhilfe verspricht eine Brille mit Bildschirmarbeitsplatzgläsern. Diese hat im Vergleich zu Lese- und Gleitsichtbrillen einen breiten mittleren Sehbereich, so dass die Augen auch beim Blickwechsel zwischen Tastatur, Bildschirm und dem Kollegen am Nachbartisch immer scharf sehen - und das bei stets entspannter und damit orthopädisch korrekter Sitzhaltung. Einen Teil der Kosten für eine Bildschirmarbeitsplatzbrille übernimmt fallweise sogar der Arbeitgeber, sollte diese gesundheitlich geboten sein.


Neben den empfehlenswerten regelmäßigen Pausen helfen bei stark angestrengten Augen auch spezielle Entspannungsübungen. Wellness für die Augen ist es, einige Zeit ins Grüne zu blicken - der Park nebenan oder eine Baumkrone vor dem Fenster sind pure Entspannung für die angestrengten Augen. Auch das regelmäßige und bewusste Schließen der Augen für einige Sekunden hilft: Dabei werden die Augen wieder gut befeuchtet. Untersuchungen haben ergeben, dass die Häufigkeit des Lidschlages durch den ständigen konzentrierten Blick auf den Monitor nachlässt und so die Hornhaut nicht mehr ausreichend feucht gehalten wird.


Bildschirmarbeitsplatzbrille: Welche ist die Richtige?

Der erste Blick beim Kauf einer Bildschirmarbeitsplatzbrille geht auf die Fassung. Hier gibt es fast keine Einschränkungen – bis auf die der Fassungsgröße. Bildschirmarbeitsplatzbrillen haben spezielle Gläser, die ähnlich wie Gleitsichtgläser geschliffen werden. Daher benötigen Bildschirmarbeitsplatzbrillen ebenso wie Gleitsichtbrillen eine gewisse Scheibenhöhe, um die verschiedenen Sehzonen unterzubringen – ein Richtwert liegt bei mindestens 30 Millimetern. Kurz gesagt: Die winzige John Lennon-Brillenfassung eignet sich nicht. Mini-Brillen sind für die unterschiedlichen Sehzonen für verschiedene Sehabstände schlicht zu klein.


Abgesehen davon ist erlaubt, was gefällt. Dass die Brillenfassung möglichst leicht, angenehm zu tragen und optimal auf die persönliche Gesichtsform angepasst sein sollte, gilt nicht nur für die Bildschirmarbeitsplatzbrille, sondern generell. Federscharniere und flexible Bügelmaterialien tragen erheblich zum Tragekomfort und damit zum entspannten Sehen und Arbeiten bei.


Das Brillenglasmaterial: Mineralglas oder aus Kunststoff?

Bei den Gläsern sind die Variationsmöglichkeiten ebenfalls üppig. Mit welchem Glas man persönlich am besten zurecht kommt, ist individuell verschieden. Wie bei Gleitsichtgläsern kann es in Einzelfällen einige Tage dauern, bis sich der Sehsinn auf die neue Brille eingestellt hat. In der Regel sind Bildschirmarbeitsplatzbrillen aber noch besser verträglich als Gleitsichtbrillen.


Besonders empfehlenswert sind Gläser aus Kunststoff. Sie wiegen erheblich weniger als Scheiben aus Mineralglas. Den Kunststoffgläsern manchmal nachgesagten Probleme in Sachen Kratzempfindlichkeit gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Mineralgläser sind heute eigentlich nur in Ausnahmefällen in extrem staubigen oder schmutzigen Arbeitsumgebungen, etwa im Bürocontainer auf der Baustelle oder am Leitstand eines Produktionsbetriebes, eine tolerable Alternative.


In Sachen Zusatzausstattungen und Beschichtung raten Fachleute zu entspiegelten Gläsern, die gerade in Büroumgebungen mit zahlreichen unterschiedlichen Lichtquellen ihre Stärken ausspielen können. Ob man dazu noch eine etwa 12- bis 15-prozentige Tönung zur Kontraststeigerung einsetzen möchte, das ist Geschmackssache: Der eine mag es, der andere nicht. Der Augenoptiker hat in der Regel Mustergläser mit unterschiedlichen Tönungen, sodass die Auswahl leichter fällt.


ZUSAMMENFASSUNG

Tipps für die Bildschirmarbeitsplatzbrille
  • Bildschirmarbeitsplatzbrillen benötigen ebenso wie Gleitsichtbrillen eine gewisse Scheibenhöhe, um die verschiedenen Sehzonen unterzubringen – ein Richtwert liegt bei mindestens 30 Millimetern.

  • Federscharniere und leichte, flexible Bügelmaterialien tragen erheblich zum Tragekomfort und damit zum entspannten Sehen und Arbeiten bei.

  • In der Regel sind Bildschirmarbeitsplatzbrillen am Computer noch besser verträglich als Gleitsichtbrillen.

  • Fachleute raten zu entspiegelten Gläsern, die gerade in Büroumgebungen mit zahlreichen unterschiedlichen Lichtquellen ihre Stärken ausspielen können

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